Vielseitigkeitssattel

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Der wichtigste Teil der Grundausstattung eines Reitpferdes ist der Sattel, denn er verbindet den menschlichen Körper mit dem des Pferdes. Damit Sie sich selbst als Reiter und auch Ihr Pferd wohlfühlt, ist es von enormer Wichtigkeit, dass der Sattel zu Ihnen beiden und Ihrer Reitweise passt. 
 
Es gibt unzählige Reitweisen aus verschiedenen Gegenden und Kulturen. Entsprechend riesig ist die Auswahl an Satteltypen. Die in Deutschland bevorzugte Art zu reiten ist die englische Reitweise mit diversen Satteltypen.
 
Der Vielseitigkeitssattel ist ein Kompromiss aus Dressur- und Springsattel und verbindet so viele positive Eigenschaften. Ob dieser für Ihre Anprüche geeignet ist und wo es tolle Exemplare zu kaufen gibt wollen wir in diesem Beitrag klären.

Vielseitigkeitssattel kaufen

Die unterschiedlichen Satteltypen

Unterschieden wird bei den Englisch-Sätteln hauptsächlich zwischen Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitssätteln. Daneben gibt es auch noch spezielle Jagd- und Rennsättel.
 
Dressur- und Springsättel sind spezialisiert auf die jeweilige Disziplin. Ein Vielseitigkeitssattel ist so konstruiert, dass er sich für die meisten Disziplinen eignet. Er ist ein Kompromiss aus Dressur- und Springsattel mit gewissen Nachteilen in den Einzeldisziplinen.
 
Hauptunterscheidungsmerkmale der Sättel liegen bei den Pauschen, die die Knie stützen und den Sattelblättern, an denen die Beine flach am Pferdekörper anliegen.
 
Springsattel
 
Die Pauschen eines Springsattels sind dick und weit vorgebaut, um den Knien wegen der kurzen Bügel beim Sprung und im leichten Sitz halt zu geben, und dem Pferd den Rücken dabei zu entlasten.
 
Dressursattel
 
Beim Dressurreiten sitzt der Reiter aufrecht auf dem Pferd und es wird mit langen Bügeln geritten. Daher sind die Pauschen lang gestreckt und wenig ausgeprägt, um besser treiben zu können.
 
Das Sattelblatt eines Dressursattels ist sehr lang, damit der Reiter nicht mit dem Stiefelschaft am Sattelblatt hängen bleibt. Dieser Sattel unterstützt den bei der Dressur gewünschten tiefen reiterlichen Sitz.
 
Pferd

Was zeichnet den Vielseitigkeitssattel aus?

 
Der gebräuchlichste, und am variabelsten einsetzbare Sattel ist der Vielseitigkeitssattel. Er ist ein Mittelding zwischen Dressur- und Springsattel und deshalb mit mittelgroßen Pauschen und Sattelblättern ausgestattet.
 
Auch hier gibt es Varianten, wie z. B. Schwerpunkt Dressur oder Springen. Generell ist der Vielseitigkeitssattel bei Reitschulen und Freizeitreiter der beliebteste Satteltyp. Dieser ermöglicht es Ihnen, Turniere in allen Disziplinen zu reiten, einen Ausritt zu genießen oder auch einen rasanten Jagdritt durchzuführen.
 
Sollten Sie sich für ein solches Modell entscheiden, haben Sie auch hier eine große Auswahl an Herstellern und Modellen. Erst wenn Sie sich auf eine Disziplin spezialisieren sollten, könnte die Anschaffung eines speziellen Sattels sinnvoll sein.

Material und Passform des Vielseitigkeitssattels

Material

 
Gefertigt wird ein Vielseitigkeitssattel in der Regel aus Leder oder aus hochwertigen Kunststoffen. Die Wahl des Materials ist nicht entscheidend für die Qualität. Wichtiger ist die Verarbeitung und die Passform.
 
Bei einem Sattel aus Kunstmaterialien liegt der Vorteil im geringen Gewicht. Ein Ledersattel ist wahrscheinlich haltbarer. Wichtiger als die Frage nach der Materialbeschaffenheit ist, dass er optimal auf das Pferd passt und Sie sich als Reiter darauf wohlfühlen.

Passform

Da Pferde so unterschiedliche Körpermaße haben wie ihre Reiter, ist es enorm wichtig, dass der Vielseitigkeitssattel eine gute Passform hat und das Gewicht des Reiters im Idealfall gleichmäßig auf dem Rücken des Pferdes verteilt wird.
 
Für den Reiter gibt es unterschiedliche Sitzgrößen, die das Platzangebot für Ihr Gesäß im Sattel angeben. Für Ihr Pferd gibt es deutlich mehr Kriterien, die darüber entscheiden, ob ein Sattel passt oder nicht. Dieser sollte genügend Widerristfreiheit gewähren und darf weder scheuern noch aufliegen. Als gutes Maß gilt, wenn vier Finger zwischen Sattelkammer und Widerrist passen.
 
Die Kammerweite sagt aus, wie breit der Sattel ist. Die korrekte Kammerweite ist gegeben, wenn der Sattel stabil auf dem Pferderücken liegt und der Widerrist ausreichend Platz hat. Wichtig ist, dass dem Pferd genügend Bewegungsfreiheit der Schultern ermöglicht wird. Von entscheidender Bedeutung ist, dass Sie den Vielseitigkeitssattel korrekt auf den Pferderücken legen.
 
Ein falsch aufgelegter Sattel führt dazu, das sich das Pferd verspannt und Sie keinen guten Sitz entwickeln können. Die Lage des Sattels auf dem Pferderücken ist perfekt, wenn der tiefste Punkt der Sitzfläche in der Sattelmitte liegt. Idealerweise wird es Ihnen so ermöglicht, genau über dem Schwerpunkt des Pferdes zu sitzen. Das wiederum erleichtert dem Pferd sich mit der „Last“ des Reiters auszubalancieren.

Fazit

Wenn Sie sich einen Vielseitigkeitssattel kaufen möchten, sollten Sie sich Zeit nehmen und den genannten Punkten Beachtung schenken. Denn bei einem Fehlkauf vergeht Ihnen und Ihrem Pferd schnell der Spaß. Nicht Material, Farbe oder Preis sollten entscheidend für Ihren Kauf sein, sondern dass der Sattel zu Ihrem Pferd und Ihnen als Reiter passt.
 
Denn nur wenn Ihr Pferd entspannt unter dem Sattel läuft, und Sie bequem sitzen, können Sie beide gemeinsame Ritte genießen. Haben Sie sich für ein Modell entschieden, ist es ratsam, diesen im weiteren Gebrauch regelmäßig auf Passform und Zustand zu überprüfen.
 
Ein Pferd ist ein Lebewesen mit einem sich ständig verändernden Körper, und auch ein guter Vielseitigkeitssattel altert. Beachten Sie dies, werden Sie und Ihr Pferd lange Freude an dem erworbenen Sattel haben.