Hackamore

Eine Hackamore ist eine gebisslose Zäumung, die je nach Typ ohne oder mit Hebelwirkung funktioniert und auf den Nasenrücken und die Wangen oder das Kinn wirkt.

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Was sind die Unterschiede zu anderen gebisslosen Zäumungen?

Im Gegensatz zu den meisten anderen gebisslosen Zäumungen sind beide Varianten der Hackamore relativ „scharf“. Die Altkalifornische durch die Schwere und Starrheit des Bosals und die Mechanische durch die Hebelwirkung.
 
Aufgrund der Hebelwirkung kann ein grober Reiter einem Pferd durchaus Verletzungen zufügen in Form von Quetschungen und Abschürfungen. Nasenbein und Kinn haben keinerlei schützende Muskel- oder Fettschicht, so dass zu starke Einwirkung mit dem Zügel zu sehr schmerzhaften Knochenhautreizungen oder sogar -verletzungen führen kann.
 
Beide Zäumungen wirken anders als andere gebisslose Zäumungen auch nicht direkt seitlich, wenn nur ein Zügel angenommen wird, sondern nur indirekt. Bei der Bosal-Hackamore sind beide Zügel unter dem Kinn befestigt und bei der mechanischen Version an den Enden der Hebel. Es ist also enorm wichtig, dass der Reiter die Hilfen ganz klar über den Sitz geben kann, um nicht auf den Zügel angewiesen zu sein.
 

Was sind die Unterschiede zwischen mechanischer und klassischer altkalifornischer Hackamore?

 
Die eigentliche klassische altkalifornische Hackamore stammt aus den USA aus dem Westernreiten und besteht aus dem Bosal, einem aus Rohhaut und Leder geflochtenen starren „Ring“, der um die Nase geht, dem daran befestigten Kopfstück und der Mecate, einem langen, daran geknoteten rauen Seil aus Pferdehaar, das als Zügel und Führseil genutzt wird. Sie hat keine Hebelwirkung. Sie wirkt bei Annehmen des Zügels auf die Nase und seitlich auf die Wangen des Pferdes. Diese Zäumung wird normalerweise ausschließlich im Westernreiten verwendet.
 
Die mechanische Hackamore dagegen ist eine moderne Konstruktion. Sie hat ein bewegliches Nasenteil, an dem je nach Modell Hebel verschiedener Länge befestigt sind, und einen Kinnriemen bzw. eine Kinnkette. Bei Annehmen des Zügels entsteht Druck auf den Nasenrücken und das Kinn des Pferdes. Sie wird in verschiedenen Sparten des Reitsports eingesetzt, allerdings hauptsächlich im Springen und im Gelände.
 
Für das Dressurreiten sind beide Varianten nicht geeignet, da man hierfür am besten eine Zäumung auf Trense nutzen sollte.
 

Was sind die Vor- und Nachteile der Hackamore und für wen ist die sie eine Überlegung wert?

 
Da es sich bei beiden Varianten um eine gebisslose Zäumung handelt, ist sie eine gute Alternative bei Pferden mit Maul- oder Zahnproblemen, sei es durch alte oder aktuelle Verletzungen, Pferde im Zahnwechsel oder ähnliches.
 
Ebenso kann sie sich gut bewähren bei Pferden, die mit Gebissen „sauer“ geritten wurden und auf Zügelhilfen mit Gebiss nicht mehr oder kaum noch reagieren.
 
Sehr praktisch ist die Hackamore auch für Gelände- und Wanderreiter, da die Pferde damit auf langen Ritten unterwegs problemlos fressen und trinken können.
 
Westernreiter, die ihr Pferd im sogenannten California-Style ausbilden möchten, werden auf jeden Fall zur klassischen Bosal-Hackamore greifen.
 
Pferde

Was gibt es bei der Benutzung zu beachten?

 
Beide Varianten der Hackamore sind nur für das sogenannte Impulsreiten gedacht. Der Zügel sollte niemals dauerhaft angenommen werden, sonst wird das Pferd sehr schnell gegen die Hilfen abstumpfen und dann nicht mehr gut darauf reagieren.
 
Bei der mechanischen Version kann es sein, dass je nach Länge der Hebel ein sehr starker Druck auf das Nasenbein und den Unterkiefer ausgeübt wird. Die Kiefer werden dabei regelrecht zusammengepresst. Daher ist es extrem wichtig, dass das Nasenteil der Hackamore so hoch verschnallt wird, dass es auf jeden Fall auf dem knöchernen Teil des Nasenrückens aufliegt.
 
Die korrekte Vorbereitung, Anpassung und Anwendung des kalifornischen Modells ist eine Wissenschaft für sich. Dies hier zu erläutern würde bei weitem den Rahmen sprengen. Interessierte finden aber zu diesem Thema ausführliche Fachliteratur.