Hannoveranisches Reithalfter

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Entwickelt wurde das Hannoveranische Reithalfter Mitte des 19. Jahrhunderts an der Kavalleriereitschule in Hannover. Bevor gegen Ende des 20. Jahrhunderts die kombinierten Trensenzäume und allen voran das Englische Reithalfter in Mode kamen, war der Hannoveranische Zaum lange Zeit der gängigste in der deutschen Reiterei.
 
Wir erklären die Vor- und Nachteile und Einsatzgebiete und zeigen Ihnen wo Sie tolle Produkte finden.

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Wie funktioniert das Hannoveranische Reithalfter?

Beim Hannoveranischen Reithalfter gibt es nur den Nasenriemen und der wird vor beziehungsweise über den Gebissringen liegend verschnallt.
 
Die Verschnallung bewirkt, ähnlich einem Sperrriemen, dass das Pferd das Maul nicht zu weit öffnen und sich damit Zügelhilfen entziehen kann. Durch die Stabilisierung des Gebisses wird vermieden, dass sich das Gebiss verschiebt oder das Pferd durch loses Hin- und Herschieben beim Reiten verletzt oder gestört wird.
 
Das Hannoveranische Reithalfter ist heute nur noch bedingt zu finden und wird im Reitsportfachhandel auch nur vereinzelt angeboten.
 

Die Vorliebe und das Pferd entscheiden

 
Wie bei allen Zäumen gibt es auch beim Hannoveranischen Reithalfter Vor- und Nachteile, die nicht zuletzt auch in ganz individuellen Vorlieben oder Notwendigkeiten von Reiter und Pferd begründet sind. Die Einwirkung eines Hannoveranischen Reithalfters wird von Anwendern und Beführwortern als vielfach direkter als bei den Kombizäumen beschrieben.
 
Wenn Sie über eine ruhige Hand und klare Zügelführung verfügen, kann sich das fördernd auf eine noch feinere Kommunikation zwischen Reiter und Pferd auswirken. In einer alternativen Verschnallung wird das Hannoveranische Reithalfter ganz gerne für Jungpferde oder Pferde mit Problemen des Maulsensitivität eingesetzt.
 
Die Zügel werden hierzu in die kleinen Ringe des Nasenriemens anstelle in die Gebissringe eingeführt. Das Gebiss liegt hier ruhig im Maul und die Zügelhilfen kommen über den Druck auf die Nasenpartie an, ähnlich den gebisslosen Zäumungen wie Sidepull oder Bosal.
 
Eine weitere Einsatzmöglichkeit wäre bei Pferden mit einer Neigung zum Wundscheuern bestimmter Kopfpartien, die der Hannoveranische Zaum nicht berührt, gegeben. Viele Pferde haben empfindliche Stellen am Kopf, die trotz der korrekten Anwendung eines anderen Reithalfters immer wieder kommen. Das Hannoveranische Reithalfter kann hier eine willkommene Alternative sein. Grundsätzlich gilt die Empfehlung diesen Zaum für Pferde mit langem Kopf, Ramsköpfen und langen Maulspalten anzuwenden.
 

Die richtige Verschnallung des Hannoveranischen Reithalfters

 
Wie bei allen Zäumen ist die sachgemäße Verschnallung das A und O. Beim Hannoveranischen Reithalfter sollten Sie darauf achten, dass der Nasenriemen weit genug oben auf dem Nasenrücken aufliegt, dort wo die Substanz noch fest ist. Liegt der Riemen zu tief, drückt er auf die weichen Teile der Nase und kann so die Atmung des Pferdes erheblich behindern.
 
Bei der Höhe der Lage des Gebisses im Maul ist es wichtig, dass das Gebiss noch locker genug in den Maulwinkeln liegt und diese nicht zu sehr nach oben zieht. Ein herunterhängendes lose baumelndes Gebiss darf aber auch nicht sein. Ein leichtes Kräuseln der Maulwinkel mit zwei kleinen Wellen gilt hier als die Faustregel.
 
Wird der Riemen direkt über den Gebissringen verlaufend verschnallt, sollten selbstverständlich auch diese das Pferd nicht drücken und noch ausreichend Spiel zulassen. Der Nasenriemen kommt im unteren Teil in der Kinngrube des Pferdes zu liegen. Hier sollten locker noch zwei Finger zwischen Riemen und Pferdekopf passen.
 
Beobachten Sie Ihr Pferd beim Anlegen und Verschnallen eines Zaumes. Aufmerksame Vierbeiner zeigen dem ebenso aufmerksamen Reiter in der Regel sehr schnell Unbehagen durch zuckende Kopfpartien oder auch zurück gelegte Ohren.
 
Hannoveraner Pferd